Bruderschafts-Theatergruppe in Höchstform
Hartefelder feiern schräge Wohngemeinschaft

für den Text Dank an Herbert van Stephoudt
19.11.2017



HARTEFELD Wortwitz, der charmante Flirt mit dem Zuschauer und eine Geschichte, in der das aufmerksame Publikum sich köstlich über amouröse Leidenschaften, Irrungen und Wirrungen amüsieren kann - die Gäste im sehr gut besuchten Theaterabend der St. Antonius Bruderschaft in der Hartefelder "Dorfschmiede" wurden auch diesmal komödiantisch verwöhnt. Die Ankündigung von Spielleiterin Claudia Degenhardt, beim Dreiakter "Hilfe, meine Eltern ziehen bei mir ein" erlebe man die Theatergruppe im 30. Jahr, sorgte schon gleich zu Beginn für anerkennenden Applaus und nahm den Darstellern offenbar jeglichen Druck. Ein erwartungsfroher Auftakt, den das Ensemble spielfreudig nutzte.
Vermutlich hätte sich Autor Erich Koch schon allein über die modern eingerichtete Bühne mit kuscheliger Couch gefreut, wie geschaffen für den jungen Hausherrn Klaus Bohrer (Kevin van den Brand) und das Liebes-Leben mit seiner temperamentvollen, gelegentlich auch eifersüchtigen Freundin Julia (Carina Bulatow). Auch seine Mahnungen, der Mann sei von Natur aus nicht nur auf ein Weibchen fixiert, kontert sie mit charmantem Augenaufschlag. Kein Zweifel: Julia hofft auf baldige Heirat. Vermutlich ahnen die Liebenden schon das Unheil, als Klaus Vater Emil (Andreas Dennes) Unterschlupf gewährt werden muss. Seine Frau Rosa (Erika Großmann), selbsternannte Wahrsagerin, erhofft sich Impulse vom indischen Fakir Singsong (Felix Hänsch). Verständlich, dass Emil sich lieber für die ebenso indische Kuh entschied. Schlagfertig kontert er jeden Versöhnungsappell: "Seit ich Rosa mal gefunden habe, suche ich gar nichts mehr!" Lieber will er die Kuh dressieren. Kaum hat sich das Publikum von etlichen Lachsalven erholt, bewirkt Rosas Wahrsagung an Klaus‘ Chefin Elfriede Klammer (Cordula Seifert), dass diese ihren jungen Mitarbeiter für den idealen Gatten hält. Ihre Avancen vermag Klaus kaum zu kontern und zu seinem großen Pech platzt seine geliebte Julia immer zur Unzeit in die Wohnung. Nebenher erfährt der begeisterte Zuschauer noch den Unterschied zwischen einem Mann und Yoghurt: "Der Yoghurt hat Kultur!" Scheinbar schlägt die Liebe auch bei Rosa einen anderen Weg ein, seit sie von Gustav Bleibtreu (Maximilian Mikisek) gesten- und wortreich umgarnt wird. Nach ihrem gepriesenen Motto "Geld macht Männer erotisch" sieht Rosa sich am Ziel ihrer Wünsche. Doch der gewiefte Heiratsschwindler hat es nur auf ihr Geld abgesehen. Verzwickte Situationen benötigen mitunter eine einfache Lösung. Die führt Fakir Singsong herbei, der seine wahre Liebe nur an einem Glockenklang erkennen will. Als plötzlich die Kuhglocken läuten ist es um ihn und die liebestolle Frau Klammer geschehen. Nun wäre der Weg frei für die junge und die reifere Liebe. Doch bevor das Publikum die illustre Bühnen- und Beziehungsfamilie mit tosendem Applaus entlässt, haben Emil und Rosa noch etwas zu klären. Wie diese Klärung aussieht, ist auch am 24. und 25. November, jeweils ab 19.30 Uhr in der "Dorfschmiede" zu erleben.
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